[Aktionstage 2016] Köpfe wie Du & Ich – verwurzelt und verweht

Herrlich politisch und kritisch, so präsentierten sich die engagierten AktivistInnen aus Lustenau bei den Veranstaltungen zum Thema „Radikalisierungsprävention und Flucht“. Vergangene Woche gingen die 15. Aktionstage der Offenen Jugendarbeit Lustenau über die Bühne. Die diesjährigen Aktionstage der Offenen Jugendarbeit Lustenau / Culture Factor Y stehen ganz im Zeichen des Themas „Radikalisierungsprävention und Flucht“.

 

Mädchencafé: „Peace“ 
[Di. 22. und Mi. 23. März // 14:00 Uhr // Maria-Theresien-Str. 35, Lustenau]

Mit großer Begeisterung nahmen die Besucherinnen letzten Dienstag und Mittwoch bei „We love PEACE“ im Mädchencafé teil. Während die Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf ließen, entstanden Gespräche über Mut, für ein gutes Miteinander, Krieg, unschuldige Menschen, welche unter den aktuellen Geschehnissen auf unserer Erde leiden sowie über gerechte Verteilung von Nahrungsmittel. Als sichtbares Zeichen für alle packten die motivierten Friedensbotschafterinnen das Mädchencafé mit den selbst gestalteten Peacefahnen ein, um das Jugendhaus in ein Friedenscafé zu verwandeln und allen
Menschen von Lustenau etwas Freude zu machen.

Es ist schön, dass man im Leben lachen kann! Gewalt ist keine Lösung! Ich hatte viel Spaß, alsEsra_Dogan_Mädchencafe Friedensbotschafterin bei den Aktionstagen „Verwurzelt und  verweht“ dabei zu sein, denn „We love PEACE“! Esra Dogan (13 Jahre)

Bayan_Aljomaa_Mädchencafe

Krieg ist nicht schön für Kinder, denn sie haben keine schönen Erinnerungen. Wir brauchen Frieden! Als Friedensbotschafterin gefallen mir die Fahnen „We love PEACE“, da die Frieden zeigen! Bayan Aljomaa (13 Jahre)

Jugendcafé CFY und Oase: Anti-Rassismus-Workshops 
[Do. 24. März // 16:00 Uhr – Oase // Maria-Theresien-Str. 91, Lustenau // 17:30 Uhr – CFY Jugendcafé // Amann-Fitz-Str. 6, Lustenau]

Mit 15 wissbegierigen BesucherInnen des kooperativen youngCaritas Anti-Rassismus-Workshop setzte die Veranstaltungsreihe fort. Rassismus in alltäglichen Situationen, welchen die Jugendlichen selbst schon erlebt hatten war Thema im Jugendtreff Oase. Spielerisch wurden Vorurteile behandelt indem Bilder von Menschen bestimmten Persönlichkeitsprofilen zugeordnet werden mussten. Schnell war klar wie sehr man sich von Äußerlichkeiten täuschen lassen kann und der Menschenretter aufgrund von Vorurteilen zum Massenmörder verurteilt wurde.

Auch im Jugendcafé setzten sich 25 interessierte Mädchen und Jungen gemeinsam mit Jonas Hampel mit Auswirkungen von vorschnellen Klassifizierungen auseinander. Dr. Mag. Julia Ha; Leiterin von youngCaritas und dem Lerncafé meinte, die Anti-Rassismus-Workshops zeigen auf wie Rassismus entsteht, was im Menschen vorgeht und wie wir damit umgehen können. Die Botschaft der Anti-Rassismus-TrainerInnen lautet „There is only one race: „human race!“.

Murat_Kuzu_JugendcafeVorurteilen kann man nicht trauen! Nicht jeder Mensch innerhalb einer Gruppe ist gleich. Hautfarbe, Kleidung und so sagen nichts über die Person. Einfach nicht immer den Medien glauben, sondern mit den Leuten persönlich reden und sie kennenlernen. Murat Kuzu (17 Jahre)

Der Workshop war interessant. Am besten gefallen hat mir die Übung zu den VorAli_Chadsimurad_WS_Oaseurteilen. Die Leute auf den Fotos haben wir wirklich oft falsch eingeschätzt. Das
hat mir gezeigt, dass wir uns mehr Zeit lassen sollten um uns ein Bild von jemandem zu machen. 
Ali Chadsimuradov (14 Jahre)

Oktay_Köse_Jugendacafe1Heute hatten wir eine coole Fortbildung. Jonas war jung, dynamisch und korrekt. Von solchen Leuten die uns auf Augenhöhe begegnen kann man echt was lernen. Zum Beispiel, dass man alle Menschen und Religionen respektieren soll. Oktay Köse (18 Jahre)

 

 

Oase: Miteinander Kochen und Erarbeiten von Informationen zum Thema „Fairer Handel“ 
[Fr. 25. März // 14:00 Uhr // Maria-Theresien-Str. 91, Lustenau]

Aktionstage lernten die Jugendlichen der Oase im Weltladen und BioFitz in Lustenau und einer gemeinsamen Kochsession einiges über die Verantwortung die sie als KonsumentInnen tragen. Welche Unterschiede zwischen billigen und teuren Produkten aus weit entfernten Ländern es gibt, was Kinderarbeit bedeutet, wie viel ArbeiterInnen an billigen/teuren Produkten verdienen und ob sie davon leben können oder flüchten müssen fanden die neugierigen TeilnehmerInnen heraus. Außerdem wurde dabei praktisch erfahren, wie man mithilft, dass man selbst aber auch Jugendliche auf anderen Kontinenten gesünder und besser leben können. Das Essen schmeckte noch dazu lecker.

Kaan_Deniz_WS_Oase

Mir hat der Workshop heute gut gefallen am besten fand ich das Einkaufen den Weltladen und das Biogeschäft kannte ich noch nicht. Kaan Deniz (14 Jahre)

Beks_Celik_WS_Oase

 Ich fand vor allem das Kochen voll geil! Neu für mich war das „Fair-Trade-Label“ und dass ich damit Kleinbauern in anderen Ländern  unterstützen kann. Beks Celik (14 Jahre)

 

Jugendcafé CFY: Fluchtwege öffnen

 

[Do. 24. März // 19:00 Uhr // Amann-Fitz-Str. 6, 6890 Lustenau]

Ein besonderes Highlight ist das Projekt „Fluchtwege öffnen“ von den beiden engagierten Jugendlichen Oktay Köse und Lia-Sara Keck. Mittels Piktogrammen brachten die Jugendlichen zum Ausdruck, dass legale Fluchtwege notwendig sind. Projektleiter Oktay K. meinte dazu, dass Flucht- und Rettungswege weder verstellt noch verschlossen werden dürfen. Asylrecht darf keine Glückssache sein, bei der manche überleben und andere nicht. Ohne legale Fluchtwege werden noch mehr Menschen sterben und das ist inakzeptabel! Bei der 3. SCHAU! In Dornbirn wird das Projekt ebenfalls präsentiert werden.

Mädchencafé: „Was sind eure Wurzeln?“
[Do. 24. und Fr. 25. März // 14:00 Uhr // Maria-Theresien-Str. 35, Lustenau]

Mit Migration, Herkunft und Wurzeln beschäftigte sich die Mädchen im Rahmen von „verwurzelt und verweht“ ebenfalls. Zwei Tage lang bestand die Möglichkeit „Wurzeln auf die Spur zu kommen“ und die eigene und andere Geschichte besser kennenzulernen. Die Teilnehmerinnen waren erstaunt aus wie vielen verschiedenen Orten und Ländern sie selbst und ihre Vorfahren kommen. Besonders gefiel ihnen die Entdeckung ihrer Sprach- und Dialektvielfalt (Englisch, Lettisch, Russisch, Französisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Bosnisch, Serbisch, Syrisch, Kroatisch, Deutsch, Slowenisch uvm.). Unvergessliche Gespräche entstanden, die Weltkarte wurde studiert, Informationen und neue Sichtweisen entdeckt so das gemeinsam Ängste gegenüber „Unbekannten“ ablegt werden konnten.

Myrthe_Denz_MädchencafeIch sehe jetzt Menschen mit Migrationshintergrund mit völlig anderen Augen, weil ich gesehen habe, dass hinter allem eine Geschichte steckt und dass wir  alle Vorfahren haben, welche einmal woanders gelebt haben! Myrthe Denz (14 Jahre)

Mehr als 140 engagierte TeilnehmerInnen besuchten die Aktionstage 2016: Köpfe Wie Du & Ich – verwurzelt und verweht, die von zahlreichen Jugendlichen aus Lustenau organisiert wurden. Jugendliche aus ganz Lustenau hatten viel Spaß daran gemeinsam kreativ zu sein, zu kochen und zu diskutiert. Vorurteile konnten spielerisch zum Thema gemacht werden und alle konnten etwas nach Hause mitnehmen. Auch dieses Mal waren die Aktionstage der Offenen Jugendarbeit Lustenau daher eine gelungene und vielseitige Veranstaltung.