Fußball.Kult.ur Plus der Offene Jugendarbeit Lustenau

„Drei Verletzte bei Lustenauer Derby Ausschreitungen“

„Lustenauer Derby – Massenschlägerei mit Verletzten“

Diese und andere Schlagzeilen gehören zum Glück der Vergangenheit an!

Nichts desto trotz sind auch heute noch bestimmte Themen im Umfeld des Fußballs in Vorarlberg brandaktuell, die man nicht außen vorlassen darf.

In der Gegenwart sind die Probleme etwas mannigfaltiger anzutreffen. Gleichsam soll dies keine Übertreibung sein. In erster Linie sind Vereine immer wieder mit Verbandsstrafen für unerlaubtes Abbrennen von Pyrotechnik, und anderem ungebührendem Verhalten wie Becherwürfe, verbale Grenzübertretungen, u.ä. konfrontiert.

Weiters ist auch ein latent vorhandener, unterschwelliger Rassismus ein Thema, das in der Öffentlichkeit gerne unter den Teppich gekehrt wird. Unter dem Deckmantel des ‚unpolitisch seins‘ werden rechte Tendenzen im Stadion bzw. im ‚Sektor‘ akzeptiert und toleriert.

Laut dem Bielefelder Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer ist das Stadion der einzige Ort, wo Abwertungsmuster eine breite Öffentlichkeit erreichen und das ohne Sanktionen.

So ist auch der Berliner Sozialwissenschaftler Gerd Dembowski ist der Meinung, dass das Fußballstadion dabei wie ein

Brennglas wirke, unter dem gesellschaftliche Zustände verstärkt sichtbar werden: „Nicht unbeachtet bleiben darf, dass

 

der Fußball durch sein starres Regelwerk mit Befehl, Gehorsam und Bestrafung auch ein Präsentationsfeld für patriarchale Wertvorstellungen und autoritäre Charaktere schaffen kann. Das ihm zugrunde liegende männliche Weltbild kann autoritäre Charakterstrukturen, Identitätsdenken, Nationalismus, Rassismus, Homophobie, Sexismus verstärken.“

Bei diesem Projekt wurde eine konkrete Zusammenarbeit mit dem FC Lustenau vereinbart, und zwar dass wir unseren Fokus auf die JugendspielerInnen legen, um mit ihnen gemeinsam eine positive Fankultur-Arbeit zu entwickeln.

Fan.kul.ur Plus: Das Plus steht für Zukunft – für zukünftige Fußballfan-Arbeit, die auf Respekt, Antirassismus und Wertschätzung aufbaut. Hierfür ist auch die Arbeit mit den Mädchen ein wesentlicher und wichtiger Baustein dieses Projektes. Von großem Vorteil wäre es aber dennoch, klare Vereinbarungen mit der Austria Lustenau zu erzielen und auch diese miteinzubinden, um auch hier mit Jugendfußball-Teams und mit Fans zu arbeiten und das Wir-Gefühl zu stärken, mit dem gemeinsamen Motto „Wie lieben Fußball“.

Gerade in der Offenen Jugendarbeit Lustenaus hat sich bei verschiedenen, teils preisgekrönten Projekten gezeigt, dass Gewaltprävention zu überaus erfreulichen, nachhaltigen Resultaten führen kann.

Dieses Projekt beschränkt sich nicht explizit auf körperliche Gewalt, sondern nimmt sich vielmehr verbaler, sexualisierter, psychischer und struktureller Gewalt an. Vor allem strukturelle Gewalt von offizieller Seite darf nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern muss viel mehr auch Raum bekommen, um diskutiert werden zu dürfen.

Das Fan-Projekt „Fußball.Kult.ur Plus“ nützt das vorhandene Potenzial zum Austausch zwischen Parteien. Mit Fußball als thematischem Aufhänger zur Gewaltprävention soll ein Bewusstsein geschaffen werden, das in jugendgerechter Art auf den Abbau der Aggressions- und Konfliktpotenziale innerhalb der Fanszene zielt – durch die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit den Themen Fußball, Gewalt in allen Formen und Fan-Selbstverständnis soll das Verhalten einer ‚positiven und kreativen Fanszene‘ in und außerhalb des Stadions bewusst reflektiert werden.

Dabei bedient sich das Fan-Projekt „Fußball.Kult.ur Plus“ am partizipativen Ansatz für die Jugendlichen. Das heißt: Die Fans werden an den Spieltagen und/oder an anderen Ereignissen im Stadion von den JugendarbeiterInnen besucht(!) um langsam eine Beziehung zum Klientel aufbauen zu können. Dies ist wichtig, um längerfristige Erfolge im Bereich der Fanarbeit erzielen zu können. Schon das Vorgängerprojekt ‚Fußball.Kult.ur‘ hat gezeigt, dass eine solide, langsam wachsende, Beziehung die einzige Basis für langhaltende Erfolge sein kann. Wie bei der Mobilen Jugendarbeit sollte großer Wert darauf gelegt werden, zu Beginn die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt nicht zu bedrängen. Um einiges vielversprechender zeigt sich da, Erstkontakte möglichst kurz und ‚freiwillig‘ zu gestalten, um dann mit professioneller Begleitung und Unterstützung Angebote zu initiieren und als Multiplikatoren in der Fan-Szene für vereinsübergreifende Beteiligung zu sorgen.

Durch das Engagement für das gemeinsame Erleben von Turnieren, Olympiaden oder anderen Sport-Erlebnissen bis zur Organisation von Partys, Konzerten, Diskussionen u. Ä. lässt sich auch das Selbstwertgefühl und die Verhaltenssicherheit bei den Fußballanhängern steigern.

Solche Fanprojekte bieten der Subkultur Fußballfan der von ihr benötigten Rahmen, um sich ausdrücken zu können. Mit Öffentlichkeitsarbeit soll zukünftig aufgezeigt werden, dass Fußballfans auf ein Sicherheitsrisiko zu reduzieren, eine entwertende und generell problematische Darstellung ist.

 

Programm: Fußball.Kult.ur Plus

Zeitplan:

 

Dieses Projekt wird von der Marktgemeinde Lustenau, Land Vorarlberg (Sozialfonds) sowie der koje Vorarlberg unterstützt!

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